K. Neumann 2007-09-09
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... dieses letzte Studioalbum von Abba. Vom Gesamteindruck sehr düster und melancholisch, schon das Cover scheint mit den vier getrennt im Raum stehenden und sich nicht anschauenden Bandmitgliedern das Ende vorwegzunehmen. "The Visitors" ist das klassische Beispiel, was passiert, wenn die musikalische Weiterentwicklung einer Gruppe den Erwartungen der Fans zuwiderläuft. Abba konnte - und wollte - nicht immer auf "seichten", fröhlichen Pop festgelegt werden, die kompositorischen Bestrebungen von Benny Andersson und Björn Ulvaeus hatten ja schon lange dazu geführt, daß man mit Anders Eljas noch einen Arrangeur hinzuzog (die beiden wußten, daß das, was sie musikalisch ausdrücken wollten, über ihre - beträchtlichen - Fähigkeiten hinausging).
So findet man aus der "fröhlichen" Schublade nur wenige Stücke: "Head over heels" (allerdings durchaus mit kritischen Untertönen), das neckische "Two for the price of one" und "Under attack".
Die übrigen Stücke wirken gereift und tiefgängig, das Titelstück thematisiert mit ungewohnter Textaussage die gefährliche Situation von Dissidenten. "One of us" hat eine scheiternde Beziehung zum Thema, sicherlich von den privaten Problemen beeinflußt, "The day before you came" schildert den farblosen Arbeitsalltag. Wunderschön "Slipping through my fingers", der Text beschreibt die Gefühle von Eltern, die ihre Kinder heranwachsen sehen. Und das ebenso ruhige "Like an angel passing through my room" versetzt den Hörer an einen erlöschenden Kamin, allein mit seinen Gedanken.
Die Fans haben damals den Wandel innerhalb der Gruppe nicht mitvollzogen. Und so führte dann neben den familiären Problemen auch das "Ausbrennen" angesichts der Erwartungen zum Ende einer Supergruppe, die für alle Zeiten im Bereich "Pop" Maßstäbe gesetzt hat und würdig ist, mit den Beatles im selben Atemzug genannt zu werden. Eine Perle, die in keiner CD-Sammlung fehlen darf! Den nicht vergebbaren sechsten Punkt vergebe ich auf diesem Wege.