junior-soprano 2007-06-17
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Das Coverfoto sieht etwas unvorteilhaft aus. Vier hübsche Frauen, die auf einem Sofa wahlweise verrucht oder etwas peinlich aussehen. Dabei wurden die All Saints nie mit so plumpen Methoden wie die Spice Girls vermarket. Bei Viktoria Beckham und Co waren die sexy Outfits bemerkenswert, bei den Saints war es immer in erster Linie die Musik.
Der größte Wurf auf diesem Album ist die Hit-Single Never ever, eine Ballade, in der die großartigen Stimmen der Vier phantastisch zur Geltung kommen. Die Mischung aus langsameren und schnelleren Stücken, wie etwa die erste Single I know where it's at, ist gelungen. Trotzdem wirkt das Album, im Gegensatz zu Saints and Sinners und Studio 1, nicht wie aus einem Guß. Die meisten Songs sind sehr stark, aber sie bilden keine Einheit. Es ist zwar eine ganze andere Musikrichtung, aber die Stücke auf Ok Computer von Radiohead zum Beispiel wirken, wenn man das Album am Stück hört, wesentlich stärker. Das ist hier nicht der Fall.
Offensichtlich fehlte es den Mädels 1998 noch etwas an Material, warum sonst endet das Album mit einem Remix von Never ever?
If you want to party" hatten Shaznay und Melanie bereits 1995 als Single veröffentlicht. Gerade an diesem Song läßt sich sehr gut erkennen, daß es ein Glücksgriff für die All Saints war, die Appleton Schwestern aufzunehmen. Und Natalie und Nicole durften auch an einigen Liedern auf diesem Album mitschreiben. Natalies Favorit ist die Ballade War of nerves, wie sie in ihrer Biographie Together geschrieben hat.
Zwei bekannte Stücke wurden gecovert. Lady Marmelade ist sehr gelungen und gefällt mir persönlich wesentlich besser als die Version von Christina Aguilera und Co. Ein wirklicher Reinfall ist Under the bridge. Ursprünglich wollte Natalie nur Samples vom Red Hot Chilli Peppers Song verwenden und einen eigenen Text schreiben, dafür reichte dann aber die Zeit nicht mehr. Das Resultat ist der schlechteste Saints Song überhaupt!
Obwohl die Musik und besonders die Stimmen der Vier im Vordergrund stehen, waren sie natürlich auch von Anfang an richtig sexy, Beg und Bootie Call zeigen das am deutlichsten.
Ein sexy Debüt mit viel Soul und Engelsstimmen.
Anspieltipps: Never ever, Beg, I know where it's at