D. Stumm 2007-03-13
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Wichtigste Frage zuerst: Wie klangen Ash anno 1995? Zelebrierte "Trailer", das Mini - Album, noch vergleichsweise rohen Grunge, so geht eben jener auf "1977" eine fruchtbare Liason mit Britpop ein. Die Gitarren können noch heftig rocken, aber die Harmonien verstecken sich auch nicht.
Es geht etwas krachig los mit "Lose Control", aber sobald Tim Wheeler anfängt, zu singen, ist es gar nicht mehr so hart, wie es zu Anfang schien. Er hat eine recht sanfte Stimme. Also genau das richtige für die melancholische, aber zugleich verträumt - glückliche Ballade eines verliebten Teenagers, die sich hinter "Goldfinger" verbirgt. Diesem Lied gehört ein Denkmal gebaut. Das wird auch nicht mehr getoppt, aber sowohl "Innocent Smile" mit seiner berauschten Lebensfreude und den Comic - ähnlichen Metaphern als auch "Darkside Lightside" mit dem genialen Solo kommen dem recht nahe. Mit "Kung Fu" ist auch noch ein Track zum rumhüpfen dabei, langsam, aber nie zäh, fließende Balladen machen jedoch den größeren Teil aus. "Lost in you", "Gone the Dream" oder "Oh Yeah" sind schöne Beispiele dafür. Das offensichtlich beliebte "Girl from Mars" ist so gar nicht mein Geschmack, genau wie "I'd give you anything", "Let it flow" ist ein bisschen arg poppig, geht aber noch klar, und "Angel Interceptor" ist für mich ein Lückenfüller, den man hören kann, oder überspringen. Es war übrigens eine Single, genau wie "Girl from Mars".
Also, was bleibt unterm Strich? 3 Lieblingslieder für die Ewigkeit, 5 sehr gute, 2 weniger gute und 2 gar nicht gute Lieder. Was aber der größte Pluspunkt für das Album ist, ist die Tatsache, dass man, selbst wenn man es nicht wüsste, merken würde, dass hier Teenager am Werk sind. Der Grundtenor ist so jugendlich - beschwingt und überhaupt nicht gekünstelt, kein Pathos, kein Kitsch, dass es einfach verdammt ansprechend ist. Das macht es zu einem emotionalen Hörerlebnis. Zumindest sehe ich das mit meinen 19 Lenzen so. ;)