Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Andreas Hilzensauer 2008-11-08
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Hmm, was soll ich noch groß zu dieser Band sagen ?! Tja, höchstens, daß sie die absolute Lieblingsband meiner Schwester Michaela ist, obgleich viele alte Fans mit dem Erscheinen von "Load" und "Reload" verschwunden sind (soll heißen, sie konnten mit dem damit verbundenen Stilwechsel, so wie ich, nicht mehr viel anfangen!! - vielleicht aber schafft der aktuelle Output "St.Anger" ein wenig Abhilfe und Versöhnung mit den Fans der ersten Stunde ?!). Doch 1988 war die Welt für die weltweite Metallica-Fangemeinde noch in Ordnung. Während viele Fans auf die Komplexität und die Ausgereiftheit des Vorgängeralbums "Master of Puppets" schwören (ja, ich weiß Didl, da spielt ja auch noch Bassisten-Gott Cliff Burton mit!!), mag ich diese Scheibe mit dem Ersatzmann Jason Newstedt, der deswegen ja zu deren Leidwesen (aber darüber habe ich ja bereits an anderer Stelle ausführlich geschrieben) "Flotsam and Jetsam" verließ, um vieles mehr: es ist diese Kombination "8 Lieder in 65 Minuten Spielzeit", die mich immer wieder fasziniert: die einzelnen Songs sind nämlich dermaßen breit und komplex angelegt und besitzen dazu noch eine dermaßen profunde Tiefe im Songwriting, daß sich selbst Metallica heutzutage nicht mehr "darübertrauen" zu scheinen, weswegen bei Live-Auftritten in letzter Zeit immer mehr auf diese Klassiker der Metal-Geschichte verzichtet wird. Die Palette dieser "Metallica's All Time Greatest" reicht dabei von "Blackened", über den Anti-Kriegssong "One" (ja, wenigstens den Song spielen die Jungs noch live!!) und "To Live Is To Die" (eine sehr breite, epische Nummer, die auf einem Text des tödlich verunglückten Bassisten Burton aufbaut) bis zu "Dyer's Eve", in der Sänger James Hetfield mit seinen Eltern und deren stark autoritärer Erziehung, die keine Freiheiten und eigene Entfaltung zuläßt, abrechnet. Überhaupt befassen sich die Texte dieser Platte zum größten Teil mit Autoritäten und den Problemen, die man als "Untertane" mit ihnen bekommen kann, und der Manipulation im Allgemeinen. Diese Scheibe schaffte zudem etwas, was sich andere Metalbands nur wünschen können: "...And Justice For All" gelangte ohne jemals im Radio zuvor gespielt worden zu sein, alleine durch die Käufe der Fans und deren Vertrauen in die musikalischen Qualitäten ihrer Idole in die Verkaufscharts!! Ein Vertrauen, das die 4 Jungs von Metallica auch bei ihrer Nachfolgeplatte (von den Fans ehrfurchtsvoll bloß als "Die Schwarze" bezeichnet) noch erfüllen bzw. nicht enttäuschen sollten.......
Wolfgang Hefner 2008-10-24
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Es ist nicht einfach, ein Album zu bewerten, das
a) schon zig-mal "volle Punktzahl" erhalten hat
b) zweifellos ein großartiges Beispiel des frühen Progessive Metal darstellt
c) mich aber nach wie vor nicht so richtig anspricht.
Ich habe sicher keines der Metallica-Alben incl. Load, Garage Inc. und S&M seltener gehört als AJFA (selbst DM ist inzwischen "vorbeigezogen")
Eigentlich ist ja alles drauf, was Metallica ausmachte und ausmacht. (Bewertung der einzelnen Songs spar ich mir, da gibt mehr als genügend andere Rezensionen).
Aber obwohl ich die Komplexität schätze und z.B. voll auf Dream Theater und Queensryche abfahre, ist's mir hier etwas zu viel. Hätte man die Hälte der Tracks auf das Black Album geschoben und dafür die Hälte der Black Tracks auf AJFA gepackt, wären zwei Super-Alben entstanden die richtungsweisend und eingängig sind.
"Leider" ist AJFA "nur richtungsweisend" in eine Richtung, die Metallica nicht weiterverfolgt und bei DM allenfalls ansatzweise wieder aufgegriffen haben (Das Schwarze ist im Gegenzug "nur eingängig". Unterm Strick ist das auch nix...)
Mir persönlich ist AJFA zu anstrengend, und ich habe es nun nach 20 Jahren aufgegeben zu warten, bis es auch bei mir endlich "Klick" macht und ich in AJFA das sehe bzw. höre was die Mehrzahl der Kritiker empfindet. Irgendwie fühle ich mich verpflichtet, die Scheibe sehr gut zu finden weil die "die was von Musik verstehen" das Ding in den Himmel loben und ich die künstlerische Leistung bei den Kompositionen durchaus ehrfürchtig zur Kenntnis nehme (Wer schonmal versucht hat, einen auch nur einigermaßen "runden" Song selbst zu schreiben, weiß was ich meine).
Da es mir aber einfach nicht so gut "reingeht" wie z.B. die beiden Vorgänger, habe ich "nur" 4 Punkte übrig.
So, jetzt zieh ich mir das Ding nochmal rein - vielleicht klickt's ja doch noch ;-)
Stefan T. 2008-10-22
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Wenn man das 88er Album von Metallica zum ersten Mal hört, fallen sofort einige Veränderungen gegenüber den früheren Werken auf. Zum einen hat sich die Produktion, die zuvor bei "Master Of Puppets" erstmals wirklich gut war, wieder verschlechtert. Es gibt praktisch keinen Bass mehr zu hören, was wohl an der schwierigen Zeit nach dem Tod des ursprünglichen Bassisten Cliff Burton lag, dessen Nachfolger Jason Newsted ein extrem schweres Erbe antreten musste. Doch damit nicht genug, auch die restliche Produktion klingt irgendwie saft- und kraftlos. Damals war das noch nicht zu erkennen, aber mittlerweile wissen wir ja, dass sich an diesem Thema bis zum aktuellen Album "Death Magnetic" nach wie vor die Geister scheiden. Schade eigentlich, denn gerade auf "...And Justice For All" stehen komplexe Kompositionen, die sich eine viel besser Klangqualität verdient hätten, diese sogar gebraucht hätten, um sich vollständig zu entfalten.
Auffällig ist auch, dass diesmal nur wenige der Songs wirklich beim ersten Anhören sofort zu gefallen wissen und sich im Gehörgang festsetzen. Das liegt an der bereits angesprochenen Komplexität, die noch dazu durch die Überlänge einzelner Stücke verstärkt wird. So fallen beim ersten Hören lediglich 3 Stücke sofort auf, die allerdings hervorragend sind und trotz guter Eingängigkeit nichts an Langzeitwirkung einbüßen: der Opener "Blackened", der schwere Mid-Tempo-Groover "Harvester Of Sorrow" und einer der besten Metal-Tracks überhaupt: die Antikriegshymne "One". Ebenfalls gut gelungen ist der Titeltrack, eine auf über 9 Minuten ausgedehnte Achterbahn, die ihresgleichen sucht. Auch das Instrumental ("To Live Is To Die") weiß zu gefallen, wenngleich es für meinen Geschmack nicht an "The Call Of Ktulu" und auch nicht ganz an "Orion" heranreicht. "The Frayed Ends Of Sanity" geht ebenfalls in Ordnung, während der Rausschmeißer "Dyers Eve" für mich eher durchschnittlich klingt.
Am unteren Ende des Spektrums finden sich das langweilige "Eye Of The Beholder" und vor allem "The Shortest Straw", dass ich beinahe als Totalausfall bezeichnen möchte. Von diesem Stück blieb mir auch nach mehrmaligem Hören des Albums praktisch nichts im Gedächtnis.
Insgesamt setzt "...And Justice For All" den von der Band seit dem Debüt eingeschlagenen Kurs der stetigen Weiterentwicklung fort. Da das Album jedoch produktionstechnisch ein Rückschritt ist (was ich aber nicht als Katastrophe empfinde) und die Songauswahl zwar überzeugend, jedoch für mich einen Tick schwächer als auf den beiden Vorgängern ist, gibt es 4 Sterne. Nicht schlecht für eine Platte einer Band auf personellem und musikalischem Scheideweg.
Warhellhammer 2008-10-02
0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Ich erinnere mich noch sehr genau an das Jahr 1988 und das Erscheinen von "...and Justice for all". Nachdem die Band 3 überragende (!!!) Speed-Granaten ("Kill 'em all", "Ride the Lightning", "Master of Puppets") abgeliefert hatten und 1987 der neue Bassist Jason Newsted mit der eher belanglosen (aber nicht schlechten!) "5,98 $ EP" vorgestellt wurde, fieberte ich schon total dem neuen Doppel-Album der absoluten "Speed-Metal-Kings" entgegen.
Ich war mir vollkommen sicher, dass sie auch dieses mal, wie schon in den Jahren 1983, 1984 und 1986, alles wegblasen würden, was es damals so gab (von Slayer's "Reign in Blood" natürlich mal abgesehen).
Tja... weit gefehlt...
Was mir da dann stattdessen aus den Boxen hervorquoll, werde ich wohl nie vergessen: beim ersten Song ("Blackened"), dachte ich noch: "ok, ist nicht wirklich Speed-Metal, aber was solls... haben sie halt einen etwas langsameren Song als Opener genommen... so ein Fehler kann passieren. Und ganz so langsam ist der Song ja nicht. Klingt halt, wie gewollt und nicht gekonnt. Passiert.", als dann aber der noch langsamere und stinklangweilige Titelsong, gefolgt von einem ebenso unspektakulärem "Eye of the Beholder" einsetzten, schaute ich verzweifelt auf der Hülle, ob das tatsächlich die selbe Band ist, die vor ein paar Jahren, mit Songs wie "Battery", "Fight Fire with Fire", "Motorbreath" oder "Trapped under Ice" nur verbrannte Erde hinterließen.
Ich war wirklich unsagbar enttäuscht. Was sollte das bitte??? Wieso verändert eine so geniale Band ihre genauso geniale Musik, auf so krasse Art und Weise??? Wozu? Wer will sowas hören???
Gut, die Halbballade "One" war dann ja nicht sooo schlecht, aber gleich ging es mit 4 weiteren, wie ich fand (und heute noch finde), stinklangweiligen, im Midtempo-Bereich angesiedelten Songs ("The shortest Straw", "Harvester of Sorrow", "The frayed Ends of Insanity", "To live is to die") weiter, um die Scheibe dann mit dem einzigen, wirklichen Speed-Song des gesamten Albums ("Dyer's Eve") ausklingen zu lassen.
Ich saß hinterher einfach enttäuscht und fassungslos da, ein Zustand, der sich bei Metallica aber natürlich noch häufiger wiederholen sollte, wie man mittlerweile weiß. Ich sag da nur "S&M", "Garage Inc.", oder "St. Anger"!
So enttäuscht, wie mich aber die langweilige "...and Justice for all"-Scheibe hatte, enttäuschten mich die eben genannten Scheiben allerdings nicht! "...and Justice..." ist für mich immer die schlechteste Metallica-Scheibe geblieben und kann m. E. auch nur schwer unterboten werden.
Fazit: 1 Stern für "Dyer's Eve", 1/2 Stern für "Blackened" und 1/2 Stern für "One" = 2 Sterne.
Ananasfighter89 2008-08-31
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Was konnte man von Metallica noch erwarten nachdem sie mit ihren ersten drei Alben Klassiker des Metal abgeliefert hatten? Vor allen Dingen, da sie kurz nach Veröffentlichung der "Master" ihren Bassisten Cliff Burton verloren, der bei einem Busunglück tragisch ums Leben kam. Sicher hätte ihnen kaum einer so ein Meisterwerk von Album zugetraut, doch das ist die "...and Justice for All" nunmal. Tatsächlich ist es sogar ihr musikalisch anspruchvollstes Werk, wobei es sich hier nicht mehr um ein reines Thrash Metal-Album handelt. Ich meine, schon auf der "Lightning" und der "Master" wurde die Band schon teilweise immer langsamer, aber da hier fast nur Songs im Midtempo zu hören sind kann man das Album ruhig in die Prog Metal-Katerogie schieben. Warum? Viele Tempowechsel, Breaks, mehrere Riffs und (wie immer) geniale Soli. Das führt auch dazu das die meisten Songs deutlich über 6 Minuten gehen.
Als neuen Bassisten hatte man Jason Newsted an Bord geholt, vorrangig wegen des Aussehens. Das soll nicht heißen, das Jason ein schlechter Bassist gewesen wäre. Im Gegenteil. Allerdings hatte er unter den anderen Bandmitgliedern, die den Tod von Cliff noch nicht ganz verarbeitet hatten, zu leiden. Ich spreche hier von Mobbing. Leider hört man das auch auf der Platte. Der Bass ist wegen der (wahrscheinlich absichtlich) schlechten Abmischung fast gar nicht zu hören. An einigen Songstellen kann man ihn lediglich erahnen. Und trotzdem hört sich das Album deswegen nicht schlecht an. Die Bässe der Gitarren und des Schlagzeugs wurden extra aufgedreht, was dazu führt das die Gitarren so fett und hart wummern wie auf keinem anderen Album, welches die Jungs in den 80ern veröffentlichten. Auch auf die Drums hat es positive Auswirkung gehabt, denn dieses knüppelt angenehm laut, das es eine wahre Freude ist. Auf den Alben zuvor kommen die Drums nämlich meiner Meinung nach immer etwas schwach rüber. James Hetfield nähert sich immer mehr seinem stimmlichen Höhepunkt. Es ist faszinierend mit welcher Wut er hier die besonders kritischen Texte herausbrüllt. Und damit kommen wir zum Thema dieses Albums, welches den letzten Teil einer Album-Trilogie darstellt. Auf dieser Platte ist Ungerechtigkeit das Haupthema und damit gibt es die politischsten Texte die Metallica je geschrieben haben. Dann noch ein Instrumental zu ehren Cliff Burtons und schließlich der schnellste Metallica-Song überhaupt. Alles Gründe dafür das dieses Album ein absolutes Meisterwerk ist.
Blackened: Sensationeller Beginn! Vielleicht nicht so ein Thrash-Hammer wie z.B. "Battery", trotzdem ist dies hier vielleicht Metallica's bester Opener! Harte Riffs und Headbanggefahr! (5/5)
...And Justice for All: Trotz 10 Min. Spielzeit wirds hier nicht einmal langweilig. Auch auf Konzerten ein Highlight. (5/5)
Eye of the Beholder: Ordentliches Geknüppel von Lars und auch ansonsten ein richtig guter Song. (4/5)
One: Was für ein Song! Was die Metallica-Balladen der 80er anbetrifft ist das mein absoluter Favorit. Unvergleichlicher Text, Geniale Riffs, Hammer Tempowechsel und zuguterletzt eins der besten Metal-solos überhaupt! (5/5)
The Shortest Straw: Mal wieder ein richtiger Headbanger der die Klasse des Album aufrecht hält. (5/5)
Harvester of Sorrow: Ebenfalls ein absoluter Headbanger, diesmal im Slowtempo. Saubere Arbeit an den Drums von Lars (ist doch nicht so schlecht wie er immer gemacht wird). (5/5)
The Frayed Ends of Sanity: Ein geiles Riff reiht sich ans andere. Sehr guter Song. (5/5)
To Live Is to Die: Ein Instrumental, das der viel zu früh verstorbene Cliff Burton angefangen hat. Die Band führte es zu Ende und rausgekommen ist das vielleicht beste Metallica-Instrumental, das einem im Mittelteil fast die Tränen in die Augen treibt. (5/5)
Dyers Eve: Der schnellste Metallica-Song überhaupt! Ein absoluter Thrash-Hammer zum Abschluss eines Überalbums. (5/5)
Schon wieder ein Metallica-Album auf dem man einfach keinen Schwachpunkt findet. Ich kann mich nicht so ganz entscheiden ob ich dieses Album nicht sogar noch besser als die "Master" finde. Auf jeden Fall ist ihnen wieder mal ein Klassiker des Heavy Metal gelungen. Diese Platte darf in keiner gut sortierten Metalsammlung fehlen. Denn hier kriegt man einfach alles geboten was Metallica damals zu Metallica machte.
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