Christian Bernardy 2007-10-04
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Die Legende will es, dass die beiden Ursprungsmitglieder Daniel Johansson und Joakim Sveningsson beide im Januar 2005 von ihren Freundin verlassen wurden und sich daraufhin der Musik zuwanden. Eine andere Legende sagt, dass im Liebeskummer die schönsten Songs der Welt geschrieben wurden.
Die erste Legende findet Bestätigung auf der Website der mittlerweile 5-6-köpfigen Band*, die zweite Legende findet Bestätigung in meinen Ohren und in meinem Herzen. Die Songs auf „Bravo“ klingen durchweg, als würde die ganze Band durchweg von Liebeskummerschüben geschüttelt werden; so ehrlich traurig krächzen sich die verheulten Stimmen durch die 12 Titel, dass der Hörer reflexartig jeden Einzelnen der Band tröstend in den Arm nehmen möchte und mit ihm Friska Viljor-Hymnen über tödliche Frauen („Shotgun Sister“) und den Ausweg Alkohol singen möchte.
Oder worüber auch immer, für den einen oder anderen Song lohnt der Blick ins nett gemachte Booklet, um den Text ganz genau zu verstehen. Für todtraurige Schweden ist eine glasklare klare Aussprache es eben manchmal nicht so wichtig. Oder man singt eben manchmal auch nur Lalala oder Oh-oh. Bei Hymnen darf man das.
Gut, 2005 ist schon ein bisschen her und beim Reeperbahnfestival in der rammelvollen Prinzenbar war die Band auch mit mittlerweile wieder breitem Grinsen angetreten, wobei „breit“ sicher auch mehrdeutig sein kann. So kleine Augen bei so entrücktem Lächeln – da ist Gras im Spiel. Egal. Das tut der Glaubwürdigkeit der Band nicht weh. Stattdessen bringen sie mit einem Mix aus Tanzrock und Indiefolk die geschätzten 150 Leute, wo maximal 80 sein sollten, zum Toben.
Hier darf auch mitmachen, wer kein akut blutendes Herz hat.
Andererseits: für Jede und Jeden mit Liebeskummer gibt es keine Alternative zu Friska Viljor.