O. Machledt 2008-08-03
1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Die Idee kennen wir alle durch Roland EmmerichŽs Kinofilm STARGATE und der darauf hin produzierten, gleichnamigen Serie.
Durch Tore sind Welten in verschiedensten Galaxien miteinander verbunden.
Der Durchgang wird von einer außerirdischen Spezies gewährt, die einfach nur "Schließer" genannt werden und die Tore auf den Planeten installiert und miteinander verknüpft haben, und eine Gebühr in Form von Geschichten erhoben.
Der Moskauer Privatdetektiv Martin Dugin wird beauftragt ein junges Mädchen - Irina - zu suchen, dass durch das Tor gegangen ist.
Dass es natürlich um die Rettung der Welt geht, versteht sich von selbst.
Im Buch werden die Tore als touristische Reiseverkehrsmittel betrachtet, auf den vielen Planeten, die durch die Handlung zu besuchen sind, leben Menschen und verschiedenste Außerirdische miteinander. Man reist, verreist, wandert aus. Klar, gibt es Moskau doch auch Demonstrationen gegen die Schließer.
Die Planeten sind in dieser Geschichte - bis auf einen - für Menschen zu betreten, dass Lukianenko recht wenig Aufwand verschwendet, sich in komplizierten Beschreibungen der Planeten zu ergehen. Einer besteht aus kleinen Steininseln, der andere hat orangene Vegetation. Und auf dem menschenfeindlichen Planeten kann Martin mit technischer Hilfe und Manipulation durch Einheimische gut überleben.
Die Außerirdischen sind ein wenig grotesk, irgendwie fast alle menschlich, oder irdisch zu vergleichen ( Dio-Daos z.B. = Känguruhs ) bis auf eine intelligente Amöbe, ein Einzeller mit Transformationsfähigkeiten.
Manche erinnern an STAR-WARS-Figuren, sind verstandlose wandelnde Vögel, oder robbenähnliche Monstrositäten.
Auf all das sollte man sich einlassen können, es ist absolut SiFi und teilweise leicht übertrieben, aber durchaus spannend und poetisch ( vor allem wenn Martin den Schließern seinen Wegzoll an Geschichten leistet ).
Manche Dinge geraten unlogisch oder sehr unglaubwürdig ( wenn man am Beginn der Reise mehrere Planeten gleichzeitig anklickt ).
Nervig gerät der plumpe Antiamerikanismus ( wenn die " amerkiansche Kavellerie" - sprich der Sheriff auf PRÄRIE 2 "wie immer zu spät kommt" ), sowie die zumeist haltlose (West)Europakritik; übertüncht mit russischem Patriotismus. Wirkt es bei den ersten Wächter-Romanen wie neue russisches Selbstbewusstsein, glorifiziert man nun russischen Life-Style. Der Kognak aus Armenien ist selbstredend besser als aus Frankreich ( da heisst er ja auch Cognac ) Hamburger als ekelhaftes Plastikessen - russische Snacks hingegen als lecker und nahrhaft, egal wie fetttriefend - und dazu IMMER Kognak oder Vodka trinkend, dickbäuchige schweinshaxeninhallierende Deutsche usw. Es gerät vor allem deswegen nervig, da unglaubwürdig. Lukinanko posiert im Buchumschlag gleich Günther Grass und hat mit der Mitwirkung an den Wächterfirmen gezeigt, wie sehr er vom Westlichen beeinflusst und angetan ist.
Die leicht sexistischen und homophoben Aussagen in seinen Büchern hinken doch dem westlichen Gesellschaftsbild um 20 Jahre hinterher.