Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Celli 2008-09-09
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Das Buch liest sich flüssig. Enttäuschend fand ich, dass die Autorin nicht mit ganzem Herzen im Kloster war bzw. sich sie sich zu Beginn nicht mit ganzem Herzen für das Klosterleben entschieden hat. Von Anfang an schien es nur eine Zwischenstation zu sein, weil sie nicht wusste, was sie sonst machen sollte und das Klosterleben trotz allen Verzichts bequem für sie war. Der (persönliche) Glaube wird leider kaum thematisiert. Schade, ich hatte mir mehr erwartet.
Ich kann meinem Vorrezensenten voll und ganz zustimmen, wenn er schreibt: " Aber das Buch hat einen grossen Haken: die Autorin selbst. Man fragt sich wirklich, warum sie ins Kloster gegangen ist, wenn sie doch selbst überhaupt nichts mit dem dort gelebten Glauben hält. Vielleicht weil ein Ashram zu weit weg war? Denn sie scheint nur auf der Flucht vor sich selbst und dem realen Leben. Bis halt der rettende Prinz kommt ..."
T. Zenker 2008-08-18
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Was in zwei Koffer passt: Klosterjahre
Ich habe das Buch gelesen und fand es auch nicht schlecht, da ich mich auch sehr für dieses Leben interessiere und dieses Buch aus diesem Grund gelesen habe.
Ich musste aber leider feststellen, dass diese Frau Veronika, aus dem total falschen Grund in dieses Kloster gegangen ist. Denn man sollte nicht so einen Entschluss fassen, wenn man weiß, dass es nur ein Experiment ist. Denn zu so einem Entschluss gehört mehr und dass ist die Liebe und das Vertrauen auf Gott. Auf diesen Punkt geht sie überhaupt nicht ein. Gott und der Glaube scheinen bei ihr nicht im Mittelpunkt des klösterlichen Alltags zu sein. Und das finde ich sehr schade, denn das wirft ein schlechtes Bild auf die Menschen, die nichts damit zu tun haben. Es scheint fast so, dass ein Kloster eine Haufen von Nonnen und/oder Mönchen ist, die dieses Leben mögen und komische Rituale und Traditionen in ihren Alltag mit einfließen lassen. Aber das ist es nicht, denn in diesen Ritualen wird Gottes Herrlichkeit gepriesen.
Und das fehlt in diesem Buch und in ihrem Leben und deswegen war der Weg auch nur zum scheitern verurteilt. Außerdem finde ich es eine Frechheit von ihr, dass sie das auch dieser Gemeinschaft antut, denn sie hatte ja schon die ewigen Gelübde abgelegt und dann einfach verschwinden ohne ein Wort zu sagen finde ich charakterlos.
Also dieser Ansicht nach ist das Buch eine reine Katastrophe. Aber geschrieben ist es gut.
Stefanie Schaefer 2008-06-12
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Als ich das Buch in der Buchhandlung sah, wollte ichs sofort haben. War von Klöstern und Nonnen und Mönchen schon immer irgendwie fasziniert und habe mich deshalb sehr darauf gefreut, das Buch zu lesen.
Nach den ersten paar Seiten, habe ich allerdings überlegt, ob ich weiterlesen soll oder nicht, da es sehr langatmig geschrieben war. Bin froh, weitergelesen zu haben, denn zum Ende zu, wurde das Buch immer besser.
Veronika Peters entschließt sich als Experiment/ Selbstfindung ins Kloster zu gehen und kommt da anfangs mit den Regeln, den vorgesetzten Schwestern nicht wirklich klar und hadert immer wieder mit sich, das Kloster zu verlassen.
Mit der Zeit lebt sie sich immer besser ein, studiert Theologie, übernimmt den klostereigenen Buchladen,...stellt nach 12 Jahren Kloster allerdings fest, dass sie genauso schlau ist, wie vorher und verlässt mit Vince (den sie im Klosterbuchladen kennen gelernt hat), das Kloster.
Man lernt viel über das Klosterleben, Riten, dass Nonnen sich auch nicht immer einig sind...! Was mir in diesem Buch allerdings gefehlt hat, war der Bezug den sie zu Gott hatte...davon war kaum bzw. gar nicht die Rede.
Ansonsten ist das Buch durchaus lesenswert, speziell für Leute, die sich wie ich für Klöster und deren Bewohner interessieren.
Gudrun Sailer 2008-05-23
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Die Einstiegshürde, die dieses Buch legt, ist niedrig. Wer Neugier aufs Kloster fühlt, sich aber vorerst nicht die Mühe machen möchte, selber eins aufzusuchen und den Ordensleuten dort Fragen zu stellen, für die man sich womöglich schämt, mag dazu greifen. Auch in der Hoffnung, besonders aufrichtige Antworten zu erhalten: Immerhin ist Veronika Peters eine Ausgestiegene, sie muss vor niemandem als sich selbst Rechenschaft ablegen.
Sprachlich nüchtern, kühl und distanziert schildert die Autorin ihre Alltagserfahrungen in einem nicht näher genannten Kloster. Die guten und die schlechten Tage. Die Stille, die Zeit, die vergeht, die Feste, die Begegnungen mit den Mitschwestern, die mal boshaften, mal gutherzigen Geplänkel. Von Gott dagegen ist nicht die Rede. Das hat dem Buch enttäuschte Wortmeldungen und seiner Autorin böse Kritik eingetragen.
Manche Lesende fühlen sich offenbar tatsächlich betrogen von diesem Werk. Sie gehen hart mit Veronika Peters ins Gericht, werfen ihr vor, sie habe das Kloster bloß als Abenteuer auf Zeit benutzt, sie spreche immer nur von den Menschen, und das nicht besonders wohlwollend, sie habe in ihren Klosterjahren menschlich nichts dazugelernt und, ja, sie sei zu keinem Zeitpunkt gläubig gewesen.
Man kann dazu zweierlei Fragen stellen: Zum einen, ob eine solche Kritik angemessen ist für einen Text, den seine Autorin - nicht nur, aber auch - als literarisches Werk verstanden wissen möchte. Zum anderen, ob diese Kritik wirklich einer christlichen Haltung entspringt. Natürlich, das muss deutlich gesagt werden: Wer sich klösterlicher Spiritualität annähern möchte, ist mit anderen Texten besser bedient. Dennoch gibt es in diesem Buch sehr berührende Passagen. Die Protagonistin wirkt wie eine suchende, aber eben auch etwas verlorene Gestalt in ihrem vergeistigten Umfeld. An ihrem Platz ist sie dort nicht. Darf man ihr ankreiden, dass sie im Kloster nicht findet, was sie sucht, und deshalb wieder geht?
Schade ist, dass offenbar erst Ausgestiegene aus dem Klosterleben das rechte Interesse erfahren. Denn wahrscheinlich gibt es da draußen, da drinnen, wie auch immer, sehr viel mehr glückliche Ordensleute, als man sich vorzustellen vermag. Und viele von ihnen antworten mit einer Aufrichtigkeit auf kritische Gott-und-die-Welt-Fragen, die der von Ex-Nonne Veronika Peters in nichts nachsteht. Man muss sich nur die Mühe machen, sie ihnen zu stellen.
B. Brossmann 2008-05-20
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Generell finde ich das Thema spannend und vielversprechend, und ich habe die Darstellung auch mit Interesse und nicht nachlassender Neugier immer wieder gern zur Hand genommen. Am Ende überwiegt trotzdem das Gefühl der Enttäuschung, ja gar der Eindruck, veralbert worden zu sein: Der eine Kritikpunkt: die unsägliche sprachliche Darstellung, die auf's Flippige und vom Massenpublikum leicht Konsumierbare setzt - vielleicht so im Fahrtwind von Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg", wo es ja auch um spirituelle Suche und Bedürfnisse geht. Es scheint sich also auch um ein Zeitgeist-Phänomen zu handeln. Das zweite und für mich viel Gravierendere ist allerdings folgendes: ich würde bei aller Faszination vom Philosophischen und Geistigen und nichtfamiliären Lebensweisen nie in ein Kloster gehen - und zwar, weil mir von vorn herein klar ist, daß die religiöse Dimension da im Vordergrund steht und mir eher früher als später tierisch auf die Nerven gehen würde. Wir wären also in einem wichtigen Punkt nicht kompatibel - die Nonnen und ich. Der Peters geht es nicht wesentlich anders. Aber obwohl sie gar nicht den Vorsatz hat, den Regeln und Bestimmungen des Ordens zu gehorchen, wozu z.B. gehört, sich bei einer Nonnenweihung für's Klosterleben auf Lebenszeit zu entscheiden, spielt sie trotzdem mit und erweckt bei den Nonnen (nicht bei allen) den Eindruck, sie meine es so ernst wie sie alle. In Wirklichkeit ist sie bloß auf einen modischen Selbstfindungstrip und schreckt vor nichts zurück. Nicht einmal das altehrwürdige Klosterleben ist ihr heilig, auch das verwendet sie für ihre egoistischen Zwecke und denkt nicht im Traum daran, selbstlos in der Gemeinschaft und für Gott aufzugehen, zu dienen, zu gehorchen usw. Sie benutzt also das Kloster und führt die Nonnen an der Nase herum. Einige, die gegen ihre Weihe waren, kapieren das auch, wovon die Einschätzung zeugt, sie habe zu viele oder zu ausgeprägte weltliche Bedürfnisse. Aber die meisten konnte sie täuschen. Und als sie dann an eine Stelle geschickt wird, die ihren Bedürfnissen nicht so recht entspricht (Buchhandlung), kommt, was bei dieser Protagonistin kommen mußte: Der erste Mann, der sich für sie interessiert, wird zum Auslöser für die Klosterflucht: April, April, liebe Nonnen, war alles nicht so gemeint! Würde mich interessieren, wie die Nonnen reagiert und ob sie was draus gelernt haben. Aber das wird nicht mehr thematisiert - schließlich geht es der Autorin ja nur um sich und nicht um die Nonnen und das Kloster. Also im Grunde stößt mich die Oberflächlichkeit der Autorin ab, die sich dann eben auch im Ton und in der Sprache äußert. Sie ist ja nicht dumm - aber dieses Klosterlebens in seiner ernsthaften und auch mir Ehrfurcht gebietenden Zeitlosigkeit, was Normen, Werte und Vorstellungen betrifft, vollkommen unwürdig. Doch die Peters scheint auch heute noch zu glauben, sie hätte ein Recht darauf, mal ein bißchen "in Klosterleben zu machen" und dann wieder abzuhauen. Ich finde sie deshalb unehrlich und eben oberflächlich und weiß eigentlich nicht, mit welcher Intention sie den Lesern ihre Geschichte erzählt. Wofür sieht sie sich eigentlich als Beispiel?
Der Klappentext (siehe oben) läßt sich an Schönfärberei schwerlich überbieten.
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